10. 11. 2020
Adventshaus ersetzt karitativen Christkindlmarkt
Weihnachten Die Veranstaltung begeistert nicht nur die Besucher in Friedberg, sondern hilft auch Menschen in Afrika und Indien. Weil der Markt wegen Corona ausfällt, gibt es eine Aktion in einem Haus in der Bauernbräustraße

Friedberg Die Hilfe für Afrika und Indien hat eine lange Tradition in Friedberg: Rund eine Million Euro sind im Laufe der fast fünf Jahrzehnte auf dem karitativen Christkindlmarkt zusammengekommen. Doch in diesem Jahr ist alles anders, die 49. Auflage des Marktes am ersten Adventswochenende musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Aber es gibt auch eine gute Nachricht, denn innerhalb kürzester Zeit wurde die Initiative „Friedberg karitativ“ ins Leben gerufen, um auch 2020 Geld für die sozialen Projekte in Tansania und Indien zu sammeln. „Es ist eine Ausnahmesituation“, sagen Ulrike Sasse-Feile und Thomas Treffler, die mit ihrem Team sonst den Markt organisieren und nun vor eine neue Herausforderung gestellt sind, „wir sind optimistisch, wir setzen auf die Solidarität in Friedberg und die Tradition der Hilfe.“ So entstand die Aktion „Friedberg karitativ“, die den ganzen Monat Dezember läuft und die mit einem Plakat beworben wird, das bereits an den Stadteingangstafeln hängt.

Unterstützt wird die Aktion unter anderem vom Aktiv-Ring und der Geschäftswelt, denn von Verkäufen im Dezember fließt jeweils ein Euro in die Hilfsprojekte. Zudem werden Spendenboxen in den Läden aufgestellt. Und es gibt bereits zahlreiche Signale aus verschiedenen Bereichen, sich mit Spendenaktionen zu beteiligen. Die erste Spende wurde bereits übergeben – 500 Euro von der DJK Friedberg. „Wir sind dankbar für alle, die uns unterstützen“, sagt Ulrike Sasse-Feile.

Ganz vorne mit dabei sind die vielen ehrenamtliche Gruppen, die sonst auf dem Markt vertreten sind. Sie haben bereits vor Monaten begonnen mit Basteln, Kochen und Nähen und diese vielen Waren werden nun zwar nicht auf einem Markt verkauft, aber dafür an den Adventswochenenden 4./5. und 11./12.Dezember in einem eigens dafür eingerichteten „Adventshaus“: In der Bauernbräustraße 12 ist ausreichend Platz, denn für einzelne Gruppen stehen jeweils eigene Zimmer für den Verkauf zur Verfügung, „dort können wir auch alle aktuellen Hygieneregeln einhalten“, betont Ulrike Sasse-Feile.

Die Nachfrage jedenfalls ist da, sagen die Organisatoren und berichten beispielsweise von der immer heiß begehrten Marmelade des Frauenbundes. Mittlerweile sind die Helferinnen bereits dabei, viele der 700 gekochten Marmeladen sogar zu den Kunden nach Hause zu liefern. Der Jugendclub hat gar einen eigenen Online-Shop im Internet aufgebaut. Unter friedberg-shop.de werden für den guten Zweck unter dem gemeinsamen Slogan „#FriedbergZusammen“ unter anderem Christbaumkugeln, eine Maske für den Mund-Nasen-Schutz, ein exklusiver Glühwein oder auch der Adventskalender des Lions Clubs angeboten. Eine Reihe weiterer Unterstützungen ist avisiert, über die zeitnah informiert wird.

Unterstützen möchte der „Förderverein für karitative Aufgaben“ zwei Projekte. In Tansania benötigt Schwester Raphaela Haendler für die 550 Schüler des Gymnasiums dringend „Wasser und Brot mit Qualität und Quantität“. Geplant sind Bohrlöcher für einen neuen Brunnen, eine Hühnerfarm für Eier und Fleisch sowie eine Mühle, um Mais und Reis mahlen zu können.

Das zweite Projekt betrifft Kinderheime der Pallottiner in Indien, die schon seit einiger Zeit mit Friedberger Unterstützung Essen, Kleider und Schulbücher erhalten, aber auch eine bessere medizinische Versorgung genießen sowie auch Hilfe beim Bau einer Solar- und Sanitäranlage. (AZ)

Der karitative Christkindlmarkt hat einen festen Platz im Friedberger Kalender. Aufgrund der Pandemie gibt es nun einen Ersatz. Foto: Christian Gall (Archivbild)

Das Adventshaus ist in der Bauernbräustraße 12. Foto: Michael Postl